25.07.2016

Rick and Morty vor Gericht: Justin Roiland liest Gerichtsprotokoll als Rick und Morty



Wir alle warten sehnsüchtig auf die Rückkehr von Rick and Morty und wer jetzt fragt "Welches wir?" oder "Wer sind Rick und Morty?" oder "Wo bin ich?" setzt sich sofort hin, googlet den Scheiß, schmeißt den Video-Service seines/ihres Vertrauens an, fällt für ein paar Stunden in einen Gefühlstornado aus Jubel und Abscheu und Trauer und X-gonna-give-it-to-ya und liegt dann in Fötusstellung weinend auf dem Boden und fragt sich, warum Mr. Poopybutthole leiden muss und alles Gute und Schöne so schnell vorbei ist und warum es so lange dauert dieses Gold zu schreiben, zu animieren und einzusprechen - und freut sich dann total über diesen Snack für den kleinen Rick and Morty Hunger.

In diesem Mitschnitt hören wir Justin Roiland dabei zu, wie er als Rick und Morty ein Gerichtsprotokoll zum Leben erweckt. Von mir aus könnte die nächste Staffel auch komplett aus sowas bestehen. Und warum liest Roiland nicht direkt auch andere Sachen ein?

via flimschoolrejects

22.07.2016

Star Trek Beyond Review (Spoiler-frei): "Nur" gut

Völlig verschnupft und voller Vorfreude saß ich gestern mit Phaser und Kommunikator bewaffnet im Kino, um mir Star Trek Beyond anzuschauen. Lange hatte man die Fans auf die neuen Abenteuer der Kelvin-Universums Crew warten lassen und so hatte sich nicht nur meine Trek-Sehnsucht in unendliche Weiten geschraubt, sondern auch meine Erwartungen. Co-Autor Simon Pegg wurde in den letzten Monaten nicht müde uns immer wieder zu versichern, dieser Film sei endlich auch für die action-kritischen Core-Trekkies gemacht und kehre zum Herzen des Franchises (was das genau ist, müssen wir auch nochmal besprechen) zurück. Hatte er recht?
Finden wir es in dieser wahrscheinlich sehr langen, dafür aber Spoiler-freien Star Trek Beyond Review heraus.



Das Grundgerüst von Star Trek Beyond ist so startrekkig wie nur denkbar: Die Enterprise gerät auf einer Rettungsmission in Schwierigkeiten und unsere Helden müssen durch Freundschaft, Mut, Teamwork und gelebten Optimismus unüberwindlich scheinende Herausforderungen meistern, um am Ende einen kulturpessimistischen Villain zu schlagen. Soweit so gut, aber das haben Star Trek und Star Trek Into Darkness auch geleistet.

Anders als die bisherigen Filme gibt uns Beyond neben der typischen Trek-Story allerdings endlich die Charaktermomente, die wir bisher vermissten. Wo das Kelvin-Universum vormals nur kurze Einblicke erlaubte, lässt Star Trek Beyond die uns bekannten Dynamiken aufblühen und atmen. Endlich erleben wir Spock und Bones, wie wir sie kennen, endlich wird Captain Kirk ruhiger und Chris Pine hat die Möglichkeit, die Komplexität der Rolle zu entfalten. (Ja, Kirk ist ein komplexer Charakter und diesen Standpunkt verteidige ich wenn nötig im Lirpa Zweikampf).
Auch Uhura und Sulu haben mehr zu tun und Scotty darf nicht nur lustig, sondern auch ernst sein. Allein Chekov bleibt erneut etwas farblos, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob mich der Tod Anton Yelchins einfach stärker für den Charakter sensibilisiert hat, als es von der Rolle selbst geboten ist. Dass Yelchin nie nach den nuclear wessels suchen wird, liegt mir dann doch irgendwie schwer im Magen.

Wo Star Trek Beyond funktioniert, funktioniert er großartig


Alle Schauspieler sind vom Skript stärker gefordert und so beweist sich in Star Trek Beyond endgültig das, was ich von Anfang zur Cast gesagt habe: Sie ist perfekt. Vor allem Chris Pine fällt mir immer wieder positiv auf, da er vor der schwierigen Aufgabe steht, Kirk von Shatner zu trennen, ohne dabei die Eigenheiten außer Acht zu lassen, die der Captain und sein überlebensgroßer Darsteller teilen. Vor allem in der neuen Ruhe findet Pine etwas, das ich nur als hundertprozentige Kirk-Essenz beschreiben kann, und genau das hat mir bisher noch gefehlt.
Aber ganz ehrlich: Im Grunde muss man das über jeden Darsteller in Star Trek Beyond sagen. Selbst Jaylah (toll gespielt von Sofia Boutella), die wir in diesem Film erst kennenlernen, ist uns schnell nahe und bleibt kein eindimensionales Vehikel für unsere Hauptcharaktere.

Lobenswert ist auch die Story an sich. Kein Element ist überflüssig, alles ist eng verwoben und hat einen festen Platz im Plot. Wieder zeigt sich, dass ein robustes Skript den Zuschauer kleine Schönheitsfehler - z.B. hier und da schwach animierte Effekte und Figuren - verschmerzen lässt. Auch wenn man ab einem bestimmten Zeitpunkt natürlich erraten kann, wie es sich mit Idris Elbas geheimnisvollem aber leider etwas zu kurz gekommenem Villain verhält, gibt es einige Überraschungen. Bis auf wenige und dafür natürlich umso nervigere Ausnahmen werden dem Zuschauer wichtige Informationen nicht explizit vorgekaut. Manchmal muss man selbst kleine Nebenbemerkungen im Gedächtnis behalten, um einen späteren Plot-Point zu verstehen.
Trotz alledem ist Star Trek Beyond natürlich kein primär zerebraler Spaß, sondern involviert den Zuschauer vor allem emotional. Kirk, Spock, Uhura und Co werden uns so nahe gebracht, dass für sie wichtige Szenen große emotionale Wucht haben. Viele Action-Szenen haben durch geschickte Inszenierung und eine narrative Anbindung an die innere Welt der Charaktere eine starke Wirkung und bleiben lange im Gedächtnis.

Das klingt doch alles schon mal ganz gut, oder? Allerdings hört meine Review hier ja auch noch nicht auf...

Tatsächlich befinde ich mich nach dem gestrigen Abend in einer Art The Enemy Within Situation: Einem großen Teil von mir hat Star Trek Beyond sehr gut gefallen und dieser Teil flaniert freudig über die Brücke. Ein anderer Teil von mir hat derweil dunklen Kajal aufgetragen und motzt sich mürrisch durch das Schiff. Was mir gefallen hat, hat mir überaus gut gefallen - und das war definitiv der Großteil. Was mir übel aufgestoßen ist, ist mir allerdings auch besonders übel aufgestoßen.

Es war immer meine feste Überzeugung, die neuen Star Trek Filme an dem zu messen, was sie rebooten: The Original Series. Daher hatte ich nie ein Problem damit, dass Action ein starkes Element der Filme ist und die Message manchmal ein wenig mit dem Holzhammer vermittelt wird (ganz ausführlich habe ich das in diesem Post zum Star Trek Beyond Trailer erklärt).
Es ist also nicht die Action an sich, die mich stört, schließlich sind Star Trek Kino Filme Blockbuster und als solche eben kein ruhiges Drama. Auch die Inszenierung der Action ist nicht das Problem, im Gegenteil: Flüssige Kamerabewegungen sorgen für viel Dynamik und Spannung (auch wenn ich einige Kampfszenen zu unübersichtlich fand, aber das ist einfach eine Stilfrage und somit Geschmackssache). Wie oben erwähnt funktioniert die Action an vielen Stellen des Film tadellos und sorgt für großartige Momente.

Was mich trotz allem an Star Trek Beyond stört, lässt sich in drei Haupt-Kritikpunkte zusammenfassen


  1. Einige Action Szenen sind schlichtweg zu lang. Sie verlieren sich in ihrer eigenen visuellen Dramatik und büßen dabei narrative Schärfe ein. Ein Zweikampf erzählt eine Geschichte dann besonders gut, wenn keine Bewegung umsonst ist. Eine Explosion ist dann wirksam, wenn sie eine emotionale und narrative Funktion hat. Leider ist das an einigen Stellen in Star Trek Beyond nicht gegeben.
  2. Einige Action Szenen verwässern durch selbst für Star Trek Verhältnisse unrealistische Überlebbarkeit das Risiko und damit auch die Spannung. Dass unsere Helden ein wenig unverwüstlicher als der normal Mensch sind, können wir akzeptieren - schließlich fliegen sie in einem Raumschiff herum und treffen auf fremden Planeten Aliens.
    Ihr wisst das: Die Bereitschaft, Unglaubhaftes im Dienste eines Narrativs hinzunehmen, nennt sich Suspension of Disbelief, die willkürliche Aussetzung der Ungläubigkeit. Eine Geschichte steckt uns einen Rahmen, in dem gewisse Dinge möglich sind, und wir gehen mit. Aber wenn der Bogen unserer ausgesetzten Ungläubigkeit überspannt wird, ist Schluss mit Lustig. Plötzlich können wir Bedrohungen und Risiken nicht mehr ernst nehmen. Genau das war vor allem an einer bestimmten Stelle in Star Trek Beyond für mich der Fall. Wenn unsere Helden Situationen überleben, die unglaublich over-the-top und selbst im Star Trek Universum eigentlich nicht überlebbar sind, dann geht die narrative Glaubhaftigkeit flöten.
  3. Einige Action Szenen folgen zu schnell aufeinander. Gerade der dritte Akt des Films leidet unter fehlenden Atempausen und ist dementsprechend holprig. Hier hätten eine ruhige Hand und ein Rotstift einiges kürzen, zusammenfassen und damit prägnanter gestalten können.

Versteht mich nicht falsch: Die teilweise holprige, zügellose und unpräzise Action macht Star Trek Beyond nicht zu einem schlechten Film. Sie sorgt allerdings dafür, dass ein potentiell fantastischer Star Trek Film "nur" ein guter Star Trek Film wird.
Und ganz ehrlich: Ich glaube, dass einige Momente, die Unstimmigkeiten beseitigt hätten, dem Schnitt zum Opfer gefallen sind. Es würde mich nicht überraschen, wenn es einen Director's Cut oder (sofern die geschnittenen Szenen auf der Blu Ray erscheinen) einen Fan-Edit geben wird, der den Film runder macht.

Fazit: Insgesamt ist Star Trek Beyond durch einige Unstimmigkeiten "nur" gut, viele Höhepunkte können dies jedoch ausgleichen.


Star Trek Beyond ist ein würdiger Beitrag zum Kino Franchise und bietet eine Menge Fan-Service, durch den sich das Kelvin Universe tatsächlich ein wenig mehr wie das Prime Universe anfühlt. Trotzdem: Wer die neuen Filme wegen des starken Action-Fokus nicht mag, wird höchstwahrscheinlich auch mit diesem Film nicht richtig warm werden. Es ist ein Film mit Problemen, aber er hat es dort wo es zählt: Im Herzen.

Und für die Nicht-Fans, die wahrscheinlich erst gar nicht bis hier unten gelesen haben: Ihr werdet für euer Geld gut unterhalten - und das erwartet man ja von einem Sommer Blockbuster.

Ich gebe Star Trek Beyond 7,5 von 10 Punkten.





Das World Disco Finale 1979 - Ich tanz mich aus dem Hiatus

Gefühlt seit den späten 70er Jahren habe ich hier nix mehr gepostet. Aber Kinder, es war auch einfach so viel los und irgendwo muss man ja kürzen, wenn woanders ein Stück mehr gebraucht wird. Dabei will ich doch eigentlich nur, dass mein Leben so ist, wie das World Disco Finale von 1979: Vorangepeitscht von satten Disco Rhythmen, ein schillernd-schriller Auftritt nach dem anderen und immer auf dem Spektrum zwischen over-the-top und liebevoll-geschmacklos.

Na ja. Jedenfalls sollte man das hier gesehen haben. Aus der Kategorie: Wenn Ihnen das National Airobic Championship von 1987 gefallen hat, dann könnte Ihnen auch gefallen + schmecken...

via Blogrebellen

27.04.2016

Warum benehmen sich Katzen so seltsam? - Erklärt von Tony Buffington



Wenn ein TED Ed Video mit dem Titel "Why do cats act so weird" sehe, dann erfolgt der Klick automatisch. Tony Buffingtons Erläuterung mehr oder minder seltsamer Katzen-Verhaltensweisen bringt dem versierten Dosenöffner vielleicht nicht sooo viele neue Erkenntnisse, allerdings ist die Animation von Chintis Lundgren absolut sehenswert. Da klopft die Nostalgie heftig an die Tür und wir erinnern uns an alte Erklär-Filmchen aus 70er und 80er Jahre Folgen von Löwenzahn, der Sendung mit der Maus usw...

Bei allem Lob muss ich allerdings auch Kritik an diesem Video aussprechen, denn es fehlen schlüssige Erklärungen für zahlreiche Verhaltensweisen unserer Katze:
Warum rennt und schreit Willy immer, bevor er aufs Klo geht?
Warum sitzt Willy manchmal minutenlang auf dem Sideboard im Flur und miaut gen Decke?
Warum streift Willy manchmal durch die Wohnung und frisst alles an, was aus Plastik besteht?
Warum legt sich Willy immer so auf deinen Schoß, dass es für dich maximal unbequem ist?
Und warum läuft Willy mir ständig vor die Füße, wenn ich durch die Wohnung gehe?

Ich glaube im Video fehlt einfach eine Komponente, die für das seltsame Verhalten maßgeblich mitverantwortlich ist: Katzen sind kleine, wahnsinnige Arschlöcher.
via kfmw

Batman: The Killing Joke Trailer



The Killing Joke ist tatsächlich einer meiner liebsten Batman Comics und damit bin ich nicht allein. Als Bruce Timm 2015 einen animierten Film auf Basis der Story ankündigte, Mark Hamill und Kevin Conroy mit an Bord kamen und der Film ein R-Rating bekam, war das Glück perfekt.  Jetzt ist der erste Trailer da. Und sieht ganz nett aus.

Versteht mich nicht falsch: Ich werde den Film in jedem Fall ansehen und mich gut amüsieren. Allein um Mark Hamill den Loony Song aus dem Buch singen zu hören, wird es sich lohnen. Aber ich bin kein großer Fan des neuen Animationsstils, den man für die "erwachsenen" DC Zeichentrick-Filme etabliert hat. Lieber wäre mir eine Verfilmung im Stil der animierten 90ger Jahre Batman Serie gewesen, oder eben eine möglichst genaue Umsetzung von Brian Bollands feinem Stil und John Higgins unerreichter Original-Koloration.

Ach ja, die Original Koloration. Armer John Higgins. Meine Killing Joke Ausgabe ist schon etwas älter und so kann ich das Epos im kompletten krassen Neon-Farbspektrum genießen. Seit 2008 gibt es eine neue Koloration von Brian Bolland selbst, und obwohl viele den entsättigten, glatteren Stil für zeitloser und eleganter halten, konnte ich mich nie so ganz damit anfreunden. Für mich waren die krassen Farben immer Teil des Joker-Pakets. Auch wenn ich Brian Bolland als Zeichner verehre und er für mich den besten Joker aller Zeiten aufs Papier bring: Seine neue Koloration sieht einfach lanweilig und nichtssagend aus. Wie der 0815 Computer Look, den wir heute leider so sehr gewohnt sind. Ganz ehrlich: Für mich macht die neue Koloration The Killing Joke zu einem zweitklassigen Comic.

Aber zurück zum The Killing Joke Trailer. Viele Fans fragen sich, wie man aus einem sehr dünnen One Shot einen ganzen Film machen will. Der Trailer lässt erahnen, dass dies vor allem durch eine längere Vorgeschichte für Batgirl erreicht wird. Das finde ich super.

MÖGLICHE SPOILER ZUR HANDLUNG
Ich hoffe ich spoilere niemandem etwas, wenn ich an dieser Stelle erwähne, dass Batgirl im The Killing Joke angeschossen, vom Joker in allerlei aufreizenden Posen fotografiert - viele interpretieren die Bilder als Zeugnis einer Vergewaltigung, eine valide aber nicht zwingende Interpretation - und gelähmt zurückgelassen wird. Gerade in der feministischen Rezeption des Comics war dieser Umgang mit der beliebten weiblichen Heldin immer ein heftiger Kritkpunkt, passt es doch zu gut in das sogenannte "Women in Refrigerators Syndrome". Hierbei geht es darum, dass Frauen im harten Comic Ton der späten 80er und frühen 90er vermehrt Opfer von Gewalt wurden und sich davon nicht mehr erholten. Demgegenüber regenerierten sich männliche Helden nach traumatsichen Verletzungen meist vollkommen. Im allgemein sehr, sehr schwierigen Verhältnis von Sexualisierung und Gewalt gegen Frauen in Comics ist die feministische Kritik am Umgang mit Barbara Gordon absolut berechtigt und sehr gut belegbar.

Das heißt meiner Meinung nach aber nicht, dass man The Killing Joke jetzt hassen muss. Liest man den Comic im reinen Handlungs-Zusammenhang des Batman Universums, ist Barbara ein voll ausgeformter Charakter, nicht einfach eine "Frau in einem Comic". Ihr Schicksal ist nicht nur Motivation für Batman und den Commissioner, sondern ein erschütterndes Ereignis für sie als Heldin. Vom Killing Joke Film verspreche ich mir jedenfalls, dass dieser Aspekt stärker ausgearbeitet wird und wir uns damit vom Women in Refrigerators Syndrome wegbewegen.

Na ja. Jetzt hab ich hier wieder ganz schön herumphilosophiert, dabei wollte ich euch eigentlich nur den Trailer zeigen.
via reddit



25.04.2016

X-Men Apocalypse Final Trailer: Ja, ne?



Ach stimmt, da war ja was: Dieses andere Superhelden Franchise, das seit Jahren gut ankommt und doch irgendwie unter dem Radar fliegt - die X-Men. Was die X-Men als Filmreihe auszeichnet ist wohl vor allem ihre Stabilität.
Bis auf Der letzte Widerstand war wirklich keine vollkommene Gurke dabei. X-Men hat zwar mit der Zeit etwas gelitten, weil man so heute einfach keine Action mehr inszeniert, aber der Film ist nach wie vor unterhaltsam. X-Men 2 halte ich trotz des einfallslosen Titels immer noch für einen der überzeugendsten Superhelden-Filme aller Zeiten, der Pate II im X-Men Universum. Die Wolverine Filme zähle ich hier übrigens nicht mit, die habe ich aus mangelndem Interesse (noch) nicht gesehen.

Ein Grund für die Anhaltende Qualität der Reihe dürfte die Besetzung sein. Hier entscheidet man sich kontinuierlich für Darsteller, die mit einer großen Reichweite und geschliffenen Character-Actor Qualitäten trumpfen. Ähnlich hatte das Zack Snyder wohl mit Michael Shannon als General Zod versucht, aber da selbst der beste Schauspieler kein Leben in einen toten Plot und eine hackelige Inszenierung hauchen kann, hat das nicht funktiniert. Glücklicherweise ist Bryan Singer (obwohl er im privaten Leben angeblich ein mieser Drecksack sein könnte) als Regisseur das, was seine Filme auch sind: solide. Diese Grundstabiltiät kombiniert mit guten Darstellern, netten Effekten und den vielfältigen und immer wieder überraschenden Kräften der X-Men sorgt für eine Mischung, die zumindest mich immer wieder überzeugt. Gehobenes Mittelfeld, und mehr muss es auch nicht sein.

First Class fand ich unterhaltsam und als Story auf kleinem narrativen Terrain gelungen. Days Of The Future Past hat mich völlig überrascht, denn ich hatte einfach nicht damit gerechnet, dass der Film der Komplexität der Geschichte gerecht werden würde. Glücklicherweise habe ich mich geirrt. Über X-Men Apocalypse mache ich mir auf dieser Grundlage tatsächlich keine Sorgen, sondern freue mich schlicht auf ein spannendes Sommer-Kino Spektakel. Genau danach sieht der finale Trailer aus.

Astronomie Zeichnungen aus dem 19ten Jahrhundert



Heute können wir dank NASA, ESA und Co immer wieder neue Fotografien unseres Sonnensystems, ferner Nebel und Galaxien bewundern. Im 19ten Jahrhundert musste man sich als Teleskop-loser Mensch für einen Einblick in fremde Welten noch auf Zeichnungen verlassen.

Die sogenannten Trouvelot astronomical drawings sind ein gutes Beispiel dafür. Sie sind Teil der Sammlung des New York Public Library, das schon vor einigen Monaten sein riesiges Fotoarchiv frei zur Verfügung gestellt hat. Benannt nach E.L. Trouvelot und zwischen 1881 und 1882 entstanden zeigen die Astronomie Zeichnungen Saturn, Mars, den Mond und andere Himmelskörper und Phänomene in einer sehr eigenen, heute eher abstrakt als wissenschaftlich wirkenden Form. Alle Bilder können  hier in der New York Public Library Sammlung angeschaut und runtergeladen werden.
via io9

21.04.2016

Grillen bis ans Limit: Amazon Rezension als Kurzfilm




Der Kurzfilm 520015 basiert auf einer kunstvollen Amazon Kunden Rezension zum AEG 520015 Barbecue-Grill mit Platte. Der Kurzfilm veranschaulicht gleich mehrere Dinge ganz deutlich (z.B., dass zu viel Grill-Leidenschaft gerährlich ist), vor allem aber, wie wunderbar das Internet ist, wenn alles zusmmenkommt. Die 10 Minuten lohnen sich wirklich! Die  Rezension, auf der das Ganze beruht, findet ihr hier.
via

18.04.2016

Johnny Depp and Amber Heard entschuldigen sich bei Australien

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Vor allem, wenn sein Ziel Australien ist und er versucht, zwei Hunde am Zoll vorbei zu schmuggeln. Dann kann er nämlich der ganzen Welt erzählen, wie leid ihm das tut. Genauso wie Johnny Depp und Amber Heard in ihrem unglaublich seltsamen Fremdschäm-Entschuldigungsvideo.



Johnny und Amber sind hier völlig unverstellt und natürlich. Er lässt den mitreißenden Enthusiasmus spielen, den wir aus seinen späten Burton Filmen gewohnt sind. Sie brilliert wie immer durch ihre Authentizität in Mimik, Gestik und Tonlage, die in keiner Weise an einen Roboter erinnert, der bei BattleBots verloren hat und es jetzt eben mit der Schauspielerei versucht.  "Australia is a wonderful island." Das sitzt einfach!
Was für ein Power-Couple und was für eine starke Geschichte. Ich freue mich jedenfalls sehr auf die Verfilmung des Ganzen, dann wahrscheinlich mit Leonardo DiCaprio als Johnny Depp, Cate Blanchett als Amber Heard (Übrigens: Ist Cate Blanchett wirklich großartig oder ist sie nur sehr groß? Denkt mal drüber nach...), Benedict Cumberbatch als Hund Pistol und Kevin Spacey als Hund Boo. Regisseur dieser zeitlosen Story von Liebe, Adrenalin und Hybris kann nur einer sein: Martin Scorsese. Der Titel ist auch klar, "Crocodile Dundee 4 - That's not a declaration".

Wie das Video wirklich entstanden sein muss, kann man übrigens hier sehen.


So awkward. So awkward!
via

100 Years in 100 Shots - Filmgeschichte zum Wohfühlen

100 Years/100 Shots from Jacob T. Swinney on Vimeo.

Wenn man sich zwischendurch einfach mal zurücklehnen und etwas Schönes genießen will, sind Supercuts wie dieser mit dem Titel 100 Years/100 Shots eine gute Sache. Außerdem kann man direkt mal testen, ob man die erste Runde von "Ich lerne die Filmwelt kennen" hinter sich hat. Jacob T. Swinney begründet seine Auswahl so:
While many of these shots are the most recognizable in film history, others are equally iconic in their own right. For example, some shots pioneered a style or defined a genre, while others tested the boundaries of censorship and filmgoer expectations. If anything, I want this video to be a reminder as to why we all love cinema so much.
Der Fokus liegt stark auf Hollywood und amerikanischem Film, auch wenn mit Das Siebte Siegel, Nosferatu, Caligari und einigen anderen auch nicht-US Filme zu sehen sind. Eine Liste aller Filme hat Swinney auf der Seite zum Video beigefügt. Recongnizable sind die Szenen alle, pioneering jetzt nicht immer so sehr (vieles, was im großen Kino neu ist, gibt es im Kleinen schon länger). Aber ich will jetzt auch gar keinen Film-Hipster-Circle-Jerk anfangen, sondern mich einfach über ein entspannendes Video freuen. So. Freu.
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